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Pressemitteilung der HVV vom 14.12.2004

Wagen der Königstuhl-Bahn aus Überholungskur zurück
Bergbahnen Heidelberg werden mit Eintrag ins Denkmalbuch gewürdigt

Wagen der Königstuhl-Bahn aus Überholungskur zurück - Bergbahnen Heidelberg werden mit Eintrag ins Denkmalbuch gewürdigt
(Foto: HVV)

14.12.04 -- Rechtzeitig, wie versprochen, wurden die Wagen der Oberen Bergbahn (Königstuhl-Bahn), die zwischen der Station Molkenkur und der Station Königstuhl verkehrt am 13. und 15. Dezember 2004 angeliefert. Die Wagen, die im 15.4.2004 nach Bern zur Firma Gangloff transportiert worden waren, sind generalüberholt worden: Sie sehen nun aus wie original aus dem Jahre 1907. Die Oberfläche wurde bearbeitet z. B. mit Pinsel und Geräten der damaligen Zeit. Auch die Farbe, die in Absprache mit dem Landesdenkmalamt ausgewählt wurde, entspricht der historischen Farbzusammensetzung.
Die Fahrzeuge wurden komplett demontiert. Die Fahrzeuguntergestelle wurden untersucht und alle Sicherheitsteile überprüft. Es wurden die Fahrzeugaufbauten im historischen Stil komplett überholt; die Tragstruktur wurde überprüft, beschädigte Holzbalken wurden ersetzt, die Oberflächen entsprechend behandelt. Dach und Boden wurden saniert, die Elektronik wurde erneuert, Heizelemente wurden eingebaut. Die Türverriegelung entsprechend der gesetzlichen Vorschriften und Auflagen umgebaut und ein Feuermelder angebracht. Alle Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung des Landesdenkmalamtes. Klaus Blaesius, Geschäftsführer der Heidelberger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (HVV), hob die gute Zusammenarbeit mit den Zuständigen beim Landesdenkmalamt hervor. Die Kosten der Umbaumaßnahmen belaufen sich auf rund 900 000 Euro.
Wissenschaftlicher, künstlerischer und heimatgeschichtlicher Wert
Im November 2004 wurde die Heidelberger Bergbahn vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung bezeichnet und mit einem Eintrag ins Denkmalbuch des Landes bedacht. Eine besondere Bedeutung kommt einer Einrichtung dann zu, wenn sie in be-sonderem Maße wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Wert besitzt und aufgrund dessen ein gesteigertes öffentliches Interesse an ihrer Erhaltung besteht.
Zahlreiche wissenschaftliche, architektonische oder auch geschichtliche Gründe für die Auszeichnung der Bergbahn sowie den dazugehörigen Gebäuden wurden herausgestellt. Danach ist die Heidelberger Bergbahn die älteste und - bis auf die jüngere Stuttgarter Waldfriedhofbahn - die einzige in ihrer bauzeitlichen Technik erhaltene und funktionstüchtige Standseilbahn in Baden-Württemberg. Nach ersten Planungen im Jahr 1873 wurde sie in den Jahren 1888 bis 1890 fertig gestellt. Die Standseilbahn des oberen, neueren Abschnitts ist in ihrem Originalbestand von 1907 erhalten und war bis zum beginnenden Umbau im vergangenen Jahr in Betrieb. Diese einzigartige Überlieferung ist von nationaler und internationaler technikhistorischer Bedeutung.
Architektonisch sind vor allem auch die Bergbahn umgebenden Gebäude interessant: Parallel zu den technischen Neuerungen wurden in den Jahren 1906 und 1907 die überdachten Wagenhallen sowie die Stationsgebäude auf der Molkenkur und auf dem Königstuhl neu errichtet. Bei den Wagenhallen - nach außen reine Holzkonstruktionen - mischen sich historisches Schnitzwerk und moderne Elemente. Die eingeschossigen Stationsgebäude werden von hohen Dächern überspannt. In den großflächigen Giebelfeldern dominiert Fachwerk in frühneuzeitlichen Schmuckformen. Die mit Sandstein verkleideten Massivgeschosse zeigen zeittypische Jugendstilformen.
Besondere heimatgeschichtliche Bedeutung besitzt die Bergbahn darüber hinaus als wichtiges Zeugnis der für Heidelberg bedeutsamen touristischen Erschließung der romantischen Kulturlandschaft um die Altstadt und insbesondere des Ausbaus des Königstuhlgebietes. Der Bergbahnbau entstand in Folge der Einrichtung des Königstuhlturms von 1832 und der Einrichtung der Molkenkur 1851 als Kuranstalt. Schon 1907 beeinflusste die Bahn ihrerseits den Umbau der Molkenkur zum Terrassen-Restaurant.
Die Eintragung in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg würdigt die Heidelberger Bergbahn als Einrichtung, die für die Stadt Heidelberg und das Umland von großer technischer, künstlerischer und touristischer Bedeutung ist.
Quelle: http://www.hvv-heidelberg.de/hvv/Presse/2004/dezember/14a.html
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