<<

Rhein-Neckar-Zeitung vom 24.11.2004

Die Neue ist vornehm silbergrau
An der Station "Schloss" wurde der erste Wagen neuer Bauart angeliefert - Noch vor Weihnachten sollen die historischen Wagen kommen

Sitzt, passt: Die neue untere Bergbahn wurde gestern auf ihre Trasse gehoben. Foto: Dagmar Welker


Von Karin Katzenberger-Ruf

Noch vor Ostern - also etwa ab Mitte März - soll die renovierte Bergbahn ihren Betrieb wieder aufnehmen. Gestern wurde der erste jener beiden Wagen aufs Gleis gehoben, die auf der Strecke zwischen Kornmarkt und Molkenkur verkehren.
Ein Kraftakt, der den Einsatz von zwei Kränen der Firma Scholl erforderte und gut zweieinhalb Stunden dauerte. Schon am Montagabend war der "überbreite Schwertransport" mit den Fahrzeugen in Oberweis, in der Nähe des österreichischen Gmünden gestartet. Polizei-Begleitung ist in solchen Fällen Vorschrift. Auch muss an kritischen Stellen immer mal wieder neu vermessen werden. Bei der Firma Swoboda entstanden die Karosserien und erfolgte die Endmontage. Schließlich stammen wesentliche Bauteile der Bergbahnen vom Unternehmen Garaventa aus Bern.
Gegen 13 Uhr traf der Transport in Höhe der Haltestelle "Schloss" ein. Bis die Bergbahn dann in den Seilen hing, verging nochmals gut eine Stunde. Nur knapp zwei Minuten schwebte sie ein paar Meter über dem Boden. Das war das Fotomotiv, auf das viele warteten. Danach ging es an die Millimeterarbeit. Für Außenstehende sah es eine Zeitlang so aus, als würde die Bahn nicht zu den Gleisen passen beziehungsweise als sei die Treppe in Höhe der Einstiegsstelle zu dicht dran gebaut. Doch zum Glück hat sich niemand verrechnet. Dennoch wurde die Bahn nochmals angehoben und schließlich ein Stück weiter oben abgesetzt. Zuvor entfernten kräftige Männer noch eine Transportkiste, die der Kran genau auf die Einstiegsstelle gehievt hatte und die nun im Weg stand.
Der zweite Wagen moderner Bauart ist übrigens auch schon im Lande, aber noch auf dem Gelände der Firma Scholl in Wieblingen zwischengelagert. Wie es hieß, soll er voraussichtlich in den nächsten Tagen ebenfalls aufs Gleis gebracht werden. Noch vor Weihnachten rechnen die Verantwortlichen außerdem mit der Ankunft der denkmalgeschützten Bergbahn-Wagen, die jahrzehntelang zwischen Schloss und Molkenkur [sic] im Einsatz waren und es in restaurierter Form beziehungsweise mit einigen Neuerungen wohl bald wieder sein werden. Vor allem sicherheitstechnisch war einiges zu tun.
Durch die Anlieferung des ersten Fahrzeugs war auch der Bergbahn-Ersatzverkehr durch Busse zwischenzeitlich beeinträchtigt. Nachdem der Sattelschlepper weggefahren war, hatten die Busse allerdings wieder freie Fahrt. Die Aktion "Bergbahn in den Seilen" lockte auch einige Schaulustige an. "Wird die Bahn noch angestrichen?", wollte ein Passant wissen. Das wird sie nicht. Das vornehme Silbergrau ist so gewollt. Der Seilbetrieb in der Station Molkenkur ist bereits installiert, dort wird aber noch an der Elektronik gearbeitet. Vor der Endabnahme wird es einen Probebetrieb geben, bei dem alle sicherheitsrelevanten Komponenten überprüft werden. Für die Neukonzeption "Untere Bergbahn" samt Ausbau der Stationen sind rund zwei Millionen Euro veranschlagt.
aktion bahn bilder home kontakt legal info links meinung presse recht über uns